14. November 2010

Radio 108,8


Genre: Simulation / Lernspiel
Veröffentlichung: 2004
Herausgeber: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung
Entwickler: Projektkreis Schule des Hörens e.V.
System: Windows
Wertung: 7/10

Mal wieder ein Spiel für die Jugendlichen und / oder Junggebliebenen unter der Lesern. Eigentlich richtet sich das Spiel an Kinder zwischen 10-12 Jahren. Eure Aufgabe: als Chef eines neu gegründeten Radiosenders Erfolg haben. Klingt auf den ersten Blick spannender als es eigentlich ist. Das Spiel präsentiert sich als Alibi-Wirtschaftssimulation. Ihr könnt nicht wirklich Pleite gehen und an sich läuft der Betrieb des Radios automatisch ab - solange man den drei Mitarbeitern ständig neue Aufträge gibt. Innerhalb von 6 Spielmonaten (was eine Spielzeit von 2-3 Stunden beträgt) ist man dann auch durch. Am Anfang bestimmt Ihr das Logo und wählt ein Musikgenre aus. Genial: hier könnt Ihr auch einen Ordner mit MP3-Files angeben die im Spiel als Euer Radioprogramm abgespielt werden. Ist schon ziemlich witzig wenn im Hintergrund eines Kinderspiels Death Metal Songs mit heftigen Harsh-Vocals zu hören sind. :D Ihr könnt auch Klassik, Jazz oder Ambient nehmen. Ich glaube, dass würde als Untermalung weitaus besser dienen - zumal sehr viel gesprochen wird. Das Spiel selbst bietet als Hintergrundmusik Stücke aus den Genres Pop, Rock, Hip-Hop und Techno. Im laufe des Spiels richtet Ihr also das Radio ein, entwerft Jingles und schneidet Beiträge. Das alles ist in äußerst kurzweiligen Minispielen gelöst. Die große Stärke des Spiels ist aber der Lerninhalt. Wie man vom Entwickler ableiten kann, dreht sich hier alles um Akkustik. Wie schnell ist der Schall? Wie gut kann ein Mensch hören und welche Faktoren tragen dazu bei das diese Fähigkeit ausgebildet wird? Was versteht man unter Sounddesign und wie nutzt die Wirtschaft dieses Feld? Was ist eigentlich Lärm und wie kann man sich dagegen schützen? Auf diese Fragen und viele mehr bietet das Spiel auf sehr anschauliche Weise antworten. Technisch ist das Spiel wirklich gut gemacht. Die Grafik ist sehr gut und für die Synchronisation hat man sich alle Mühe gegeben. Wäre der Simulationsanteil größer gewesen und könnte man auf den Spielverlauf stärker Einfluss nehmen, wäre das Spiel ein echter Knüller. So bleibt es ein wenig hinter seinen Möglichkeiten und überzeugt primär durch den hervorragend integrierten Lerninhalt.

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